Hegemaßnahmen für Rebhuhn und Fasan |
| Veröffentlicht von Jagdklub Limburg (jagdklub) am Apr 11 2011 |
Die Ausdehnung des Jagdklub Limburg erstreckt sich vom Limburger Becken über den Goldenen Grund bis hinzu den Ausläufern des Taunus und Westerwald. Gerade die Lagen an Elbbach, Emsbach, Lahn und Wörsbach sind seit Generationen als typische Niederwildreviere bekannt. Leider sind die Besätze des Niederwildes in den letzen Jahren stark rückläufig, so dass sich der Jagdklub Limburg der Aufgabe stellt, diesen Besätzen auf die Läufe zu helfen. Im Vordergrund stehen hier die beiden Wildarten Fasan und Rebhuhn - andere Niederwildarten profitieren natürlich ebenfalls, da sie die gleichen Lebensgrundlagen haben.
Doch was sind die Gründe für den Rückgang des Niederwildes? Diese Fragen beantwortete uns der Revieroberjäger und Leiter des Landesjagdschule Rheinland-Pfalz, Christoph Hildebrand, in einem interessanten Vortrag über ein von ihm geleiteten Projekt aus Rheinhessen. Das Projekt trug den Namen "Das Mögliche tun".
In diesem Projekt wurden in einem Revier lebensraumverbessernde Maßhnahmen durchgeführt - begleitet von einer geänderten Bejagungsstrategie. In Vergleichsrevieren wurde hingegen weiterhin nach bekanntem Schema gehegt und gejagt. Somit konnten z.B. klimatische Veränderungen ausgeschlossen werden.
Ergebnis war, dass sich die Niederwildbesätze nach Ablauf des Projektes um ein vielfaches erhöht haben, während sie in den Vergleichsrevieren stagnierten oder gar zurückgingen.
Entscheidend ist laut Hildebrand die Fuchsbejagung. Seit der Tollwut-Impfung der Füchse ist der Fuchs flächendeckend stark vertreten und macht allen Niederwildarten - aber auch unter Naturschutz stehenden Bodenbrütern - das Leben schwer. Die Altfüchse sammeln für ihren Wurf Nahrung, so dass die Fuchswelpen im Überfluß groß werden. Belegt wurde diese Theorie durch das Ausgraben mehrerer Jungfuchsbauen. In den Bauten konnten bis zu 42 Hasen, Rebhühner und Wildkaninchen gefunden werden, die nicht zur Ernährung der Jungtiere dienten, sondern aus Gründen des Überflusses nicht verzehrt werden konnten.
Wenn man sich vorstellt, dass dies nur das Ergebnis eines Baues ist, so ist naheliegend, welche Mengen an Jungwild unter Tage verschwinden. Entscheidend ist, dass die Altfüchse Nahrung beschaffen, unabhängig davon, wie viele Jungen zu ernähren sind. Auf die Bejagung hat das folgenden Einfluß: Erst wenn der letzte Jungfuchses eines Baues erlegt ist, stoppen die Elterntiere das Sammeln von Nahrung. Das Jungfuchsbejagung auf diese schönen Tiere keinen Spaß macht, ist klar, dennoch sind die Ergebnisse eindeutig. Alle bodenbrütenden Tierarten werden davon profitieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist natürlich die Lebensraumverbesserung, denn ohne geeignetes Biotop kein Leben. Wichtig sind hier nicht große zusammenhängende Flächen, sondern kleine biotopverbindende Flächen. Diese müssen so bestellt sein, dass die Räuber vom Boden und aus der Luft keine optimalen Bedingungen vorfinden. In den ersten Tagen benötigen die Jungtiere des Fasans und des Rebhuhns tierisches Eiweiß, welches sie in den großen Agrarsteppen nicht finden können. Hier müsssen die aufbereitetenden Ackerrandatreifen und Wildäcker aushelfen.
Wieder mehr Niederwild in den heimischen Revieren - das wünschen sich die Mitglieder des Jagdklub Limburg
Bild und Text: Christian Dutschun
Zuletzt geändert am: Apr 27 2011 um 9:15 AM
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